15.10.2016

Zeit


Sie rinnt mal langsam und mal schnell
und ist mal dunkel und mal hell;
man kann sie sich sogar erkaufen
doch was sie immer tut, ist Laufen.

Es ist die Flüchtigkeit der Zeit,
die uns die Zeit vermaledeit.

09.02.2016

The Last Unicorn


Er nannte sie "das Allerletzte",
was sie jäh und tief verletzte.
Dem letzten Einhorn seiner Art
blieb die Wahrheit nicht erspart.

So wandelt sich ein Kompliment
zum tränenreichen Schockmoment.

03.10.2015

Last Man Sitting


Der eine torkelt schwankend rum,
der andere fällt halt einfach um.
Ein wirklich harter Kerl hingegen
sitzt, anstatt sich hinzulegen.

01.10.2015

Flashinism (Oktoberfest Edition)


Wenn ein Gast, der Bier bestellt,
im Anschluss jäh zu Boden schnellt,
und kurz bevor sein Glas zerschellt
im Sturzflug auf ein Mädel fällt,
dann hat er doch im Hofbräu-Zelt,
verhindert, dass er sich was prellt.

Wem's gefällt...

29.09.2015

Aufnahmezustand


Im Freudentaumel tönt benommen:
Ein jeder Horst sei uns willkommen!
Wohin das führt, zeigt die Geschichte,
von der ich nur ganz kurz berichte:

Es klatschte einst auch der Indianer -
und wurde so zum Amerikaner.

23.09.2015

Harndrang


Man muss das Weib daran erinnern,
dass im Gegensatz zu leisem Wimmern,
inbrünstiges und tiefes Grunzen
geboten ist, wenn Männer brunzen.

Ein Gebaren, dem der Mann
höchst selten sich entziehen kann.

01.04.2015

Bis zur Verglasung ....


Mal ist das Glas zur Hälfte leer,
mal fasst das Gläschen etwas mehr.
Trägt man das Glase vor sich her,
wird das Glas recht schnell recht schwer.

Doch trinkt man schnell die Gläser leer
und trägt sie nicht nur vor sich her,
bleibt noch Kraft für den Verzehr
von vielen Reihen Gläsern mehr..

30.03.2015

Smashkönig


"Du Prinzessin!" rief die Kröte,
"Flöte schnurstracks meine Tröte!"
Die warf das Tierchen an die Wand,
wodurch sogleich ein Prinz entstand.

Da begann sie vor Entzücken,
robbend zu ihm vorzurücken
und tat dem Jüngling jauchzend kund:
"Los! Stecke ihn in meinen Mund!"

Er nahm sie hoch, mit einer Hand,
und warf sie an dieselbe Wand.
Der Frosch, der dieses Mal entstand,
war so grün wie wutentbrannt.

Ein Happy End macht ein Gedicht
manchmal besser - manchmal nicht.

25.03.2015

Project X war wohl nix


Sprach der Herr zu seinem Spross:
"Ich bin der Boss in meinem Schloss!
Wer dir das Hausrecht überlässt,
den jeder gute Geist verlässt!

Du planst in diesem Haus ein Fest,
das wuchern wird wie Beulenpest?
Nur im Beisein deiner Alten
darfst du nach Belieben schalten!"

Der Sohnemann ließ das nicht gelten -
und zog es vor, im Wald zu zelten.

Love Is Unkind 5


Pfeift vom Bordsteinrand die Schwalbe:
"Ich bin so einsam! Immer noch!
Und das, obwohl schon fast die halbe
Stadt an meinem Löchlein roch.."

Entgegnet ihr ein alter Pfau:
"Von nix kommt nix, junge Frau".

20.03.2015

Der Traum vom Fliegen


Einst querte ein Rhinozeros
den Fluss, der quer vorüberfloss,
als ihm ins Bewusstsein schoss:
"Ich wäre gern ein Albatros".

Ein Solcher flog im Augenblick
an ihm vorbei und gleich zurück -
und traf mit reichlich Ungeschick
auf des Nashorns Nasenstück.

So platzte dem auf seiner Nase
sein Traum wie eine Seifenblase.

19.03.2015

Love Is Unkind 4


Es maunzt der Straßenkater Diego:
"Besorg' es mir und meinem Ego!"
Entgegnet ihm die süße Pussy:
"Du bist kastriert ... du kriegst ein Bussi!"

18.03.2015

Love Is Unkind 3


"Ey, Joldie", sprach der Wal zum Fisch,
"In Bälde penetrier' isch disch!".
Im Meer erklang ein dumpfes Knacken
und Goldie machte dicke Backen.

Die Moral in dieser Fabel
ist zweifelsohne diskutabel.

15.03.2015

Onaniert statt ruiniert


Mann kann mit seinem Samen
rechnerisch fast allen Damen
fantastilliarden Kinder schenken,
ohne sich groß zu verrenken.

Weil keiner sich das leisten kann,
schaut Mann sich eben Pornos an.

Reproduction


In Wahrheit ist die Welt banal:
sie dreht sich nur ums Genital.
Die Kraft des Triebes ist enorm
und gilt für jede Lebensform.

Jetzt wird es sicher solche geben,
die sagen, "Nein, in meinem Leben
sind ganz andere Dinge wichtig!"
Nur liegen die damit nicht richtig.

Wir seien doch schon viel zu viele!
Als ob das eine Rolle spiele.
Das Leben hat nur wenig Sinn,
wenn ich zum Schluss alleine bin.

08.03.2015

Internationaler Weltfrauentag


Im Frühling am Weltfrauentag
erwachen sie, so Gott behüte,
mit einem kecken Wimpernschlag
in ganzer Pracht zu voller Blüte.

Mit einem weißem Hut bedeckt
wiegen sie sich in der Sonne.
Jungfräulich und gar unbefleckt
frönen sie des Tags mit Wonne.

Frohlocken wir in dieser Stunde
mit wohlgeformten Märzenbechern
und posaunen in die Welt die Kunde:
Wir wollen nun ein Märzen bechern!

Doch bitte ohne diese Frauen,
die würden nur den Tag versauen.

05.03.2015

Morgenstund ist ungesund (Director's Cut)


Es schrillt noch viel zu früh am Tage
ein Weckton, den ich kaum ertrage.
Genervt ich auf den Wecker schlage
und dabei folgenschwer versage.

Wo gestern noch das Uhrwerk stand,
ragt heute früh ein Gegenstand
wie eine Harke aus der Wand
und bohrt sich prompt in meine Hand.

Schreiend schieße ich zur Decke
und ramme mir auf halber Strecke
den Schädel in die Wandschrankecke,
auf der ich nun mit Selbem stecke.

Die Hand bleibt freilich aufgespießt.
Derweil mein Blut in Strömen fließt,
das pumpend aus den Wunden schießt
und so die Zimmerpflanzen gießt.

Gerade denke ich darüber nach,
was genau mein Kreuzbein brach,
da bersten schon mit lautem Krach,
zwei Abrissbirnen durch mein Dach.

Just in diesem Augenblick
erwache ich zu meinem Glück!
Ich lehne mich entspannt zurück
und merke, meine Hand ist dick.

Mein ganzer Arm war eingepennt
und steht nun kurz vor dem Moment,
in dem er sich rein konkludent
vom Überrest des Körpers trennt.

Bevor sich Glieder schwarz verfärben,
um dann im Anschluss abzusterben,
werden sie ums Leben werben,
indem sie uns den Traum verderben.

Die Essenz von dieser Kund:
Morgenstund ist ungesund!

Der Feind in seinem Bett


Es war wohl Liebe, die ihn ritt,
als das Glied in seinem Schritt
im Stechschritt in den Ihren glitt -
wodurch er Syphilis erlitt.

Die Liebe ist nicht immer nett.
Manchmal liegt der Feind im Bett.

Bauer-Power



Auf einem Traktor fuhr er lang,
auf dem der Bauer lauthals sang,
als just mit einem derben Klang
das Mähwerk seine Frau verschlang.

Er schliff sie mit, fast bis zum Hang,
und nutzte dort den Rückwärtsgang,
was letztlich ihren Tod erzwang ...
... wonach er fröhlich weiter sang.

\m/

03.03.2015

Der Löffel unterm Scheffel


Ein Mythos, den der Volksmund pflegt,
auf Löffel reime sich ja nichts,
ist grober Unfug und sei angesichts
des nächsten Verses widerlegt.

"Artverwandt mit einem Scheffel
steht unter selbigem der Löffel.
Auch wenn beide sich ergänzen,
so kann nur einer dabei glänzen."

Natürlich eignet sich das Messer
für säuberlich Gereimtes besser.