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13.12.2018

Ups and Downs


Im Aufwärtsstrudel der Gefühle
vollzieht die Seele Pirouetten.
Und abwärts zieht es sie im Stile
von Spülvorgängen in Toiletten.

28.11.2018

Lückenfüller


Als textueller Lückenfüller,
verzichte ich auf Breitbandbrüller
und zwinge dich mit dieser Zeile
zu fürchterlicher Langeweile.

Ich richte nun dein Augenmerk
auf dieses gähnend öde Werk,
was dazu führt - auch wenn sich's reimt -
dass nicht ein Lachen in dir keimt.

Ich kann dir hiermit nur versichern:
heute gibt es nichts zu kichern.
Du bist ja immer noch am Lesen?
Zeitverschwendung war's gewesen!



18.12.2017

Zwiegespräch


In Anbetracht des Daseinsgrundes
der Muskelstränge meines Mundes,
gelingt es mir, dass ich die Lage
laut und deutlich hinterfrage:

"Wo zur Hölle bin ich hier?"

"Im Irrenhaus, in Zelle Vier,
in der wir zwei schon länger weilen
und die wir miteinander teilen.

"So weit, so schlecht. Und wer bist du?
Wer zählt denn noch zu 'Wir' hinzu?"

"Du und du sind ich zu zweit,
ein halbes Wir mit doppelt Zeit,
um uns dem Sinn des Seins zu stellen
und unisono loszubellen:

Herr Doktor, man betäube mich!
Mein Zwiegespräch dem Irrsinn wich!"

23.02.2015

Bedürfnisdruck


Im Grunde ist der Drang nach Sex
genausowenig hochkomplex,
wie morgendlicher Stuhlreflex,
der nötig ist aufgrund des Zwecks.

Und deshalb bleibt in beiden Fällen
lapidar nur festzustellen:
wallt der Druck in hohen Wogen,
ist man ganz schnell ausgezogen.

11.12.2014

Tanz mit dem Teufel


Ich tanzte mit verliehener Macht
im Rausch der Sinne durch die Nacht.
Aufgeblüht in ganzer Pracht
hat mich der Teufel angelacht.

Indes, beim Tanz auf dem Vulkan
hat sich das Erdreich aufgetan
und des Satans Höllenschlund
schlang nach mir nicht ohne Grund.

Der schmale Grat auf dem ich lief
war zu schmal und es ging schief.
Erlösend war, dass ich nur schlief -
doch solche Träume rühren tief.

27.06.2011

Verkehrt




Der Hausarzt nutzt das Hackebeil,
der Förster den Verband.
Der Kranke ist am brüllen, weil:
ihm fehlt die rechte Hand.

24.06.2011

Bestimmt war Goethe kreativer



Bestimmt war Goethe kreativer
und seine Texte sicher tiefer.
Wer glaubt, dass er auch dichter war,
der war mit mir in keiner Bar.

18.06.2011

Eingeschränkt



Beklagt die Widderziege Franzi:
"Ich weiss nicht, was ich heute anzieh'."
Entgegnet ihr der Ziegenbock:
"Bei deinem Arsch hilft nur ein Rock."

"Zehn Kilo etwa", blökt die Ziege,
"sind es, die ich zuviel wiege."

"Tja, deshalb nur von hinten man
dich ohne Furcht noch decken kann.
Weil unten liegend bei der Schwere
ich nur die Atemluft verlöre."


04.05.2010

Galgenhumor



Unwissend, wofür man ihn belang,
umgab sein Hals ein Galgenstrang.
Vermutlich ging es nicht mehr lang
bis dieser durch denselben drang.
Im Hintergrund die Meute sang.

Bestimmt lag hier ein Irrtum vor!
Denn warum man ihn dafür erkor,
ging einfach nirgendwo hervor.
Zumindest kam ihm nichts zu Ohr,
was er felsenfest beschwor.

Augenblicke lang vergingen.
Um jetzt noch Freiheit zu erringen,
müsste Gott zur Seite springen.
Von denen die am Galgen hingen,
zog sich niemand aus den Schlingen.

Sein Antlitz ward schon kreidebleich;
doch durch die Not ideenreich,
tat er Kund von jetzt auf gleich:
"Hört mal, ich bin mächtig reich!
Nehmet, bevor ich hier verbleich',
womit ich meine Schuld begleich'!"

Im Volke kehrte Stille ein.
Die Falltür zuckte unterm Bein,
durch die er stürzte wie ein Stein.
Die Meute guckte blöde drein.
"Warum", rief einer ganz allein,
"fiel ihm das nicht früher ein?"

Verfrüht man diese Frage stellte,
weil der, der grad nach unten schnellte,
sich eben nur das Steißbein prellte.
Der Strang, aus dem er sich nun schälte,
war länger, als man ihn bestellte.
Was ungemein die Stimmung hellte.

05.03.2010

Am Ziel vorbeigeschossen


Eifrig auf dem Weg zum Ei
schießt recht weit am Ziel vorbei
die Spermie aus dem Hoden
direkt auf den kalten Boden.

Dort bleibt ihr nichts als sich zu winden
und trocknend, siechend zu verschwinden.
Auf bedauerliche Weise
endet so die erste Reise.

10.11.2007

Schicksalssymphonie

Ich wollte heute Mo ins Beet hoven, um mit ihm einen Mendelsohn zu zeugen. Die Nussknackersuite im Vier Jahreszeiten war allerdings schon belegt, weswegen wir uns entschieden, es im Vivaldi zu tun. Neben einem Blumen-Strauss bearbeitete ich also seine Rossini dass die Haydn wackelte. Ich legte diesesmal einen respektablen Schubert an den Tag, was Mo sehr gefiel. Er hatte es aber auch Verdi-ent. In der Nähe rauschte Die Schöne blaue Donau, die in den Schwanensee mündete. Wie Die Königin der Nacht blies Mo zart meine Zauberflöte, während eine Nachtigall ihre kleine Nachtmusik trällerte. Da Mo nicht rasiert war, kratzte sein Bartholdy ein wenig, daher forderte ich ihn auf, das nächste mal vorher zum Barbier von Sevilla zu gehen. Gemeinsam versuchten wir also unsere Offenbach-ung zu Grieg-en. Ich war kurz davor mich in einem Sturz-Bach der Emotionen zu ergießen, als uns ein vorbeiziehender Wagner namens Richard dabei störte. Er war ein Vogelhändler, der einen sterbenden Schwan bei sich hatte und in die Tschaikowsky fuhr, um dort an einem Slawischen Tanz teilzunehmen. Ich Brahms sofort meine Aktivitäten mit Mo. Wieder einmal bekamen wir es nicht ge-Händel-t, unser Menuett zu vollenden. Liszt, dachte ich, so wird das nie was mit unserem Familien-Gluck...

Schicksal™ ist ein eingetragenes Wahrzeichen des Einzelnen

20.02.2006

Gereihere



Ein Reiher übern Weiher flog,
tief Luft er in die Nase sog,
und - so fest ein Reiher kann -
so fest zu reihern er begann.