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22.04.2018
Die Erotik des Alters
Eine von den sieben Sünden,
die Qualen nach dem Tod begründen,
wird vor allem von Senioren
für Lebensfreude auserkoren.
Lässt man Religion beiseite
ist Völlerei für alte Leute
- zwar nur in der Magengegend -
doch stimulierend und erregend.
09.03.2018
Hektik
Sehe ich mich morgens um
so frage ich mich gleich: Warum
steht noch kein Drink auf meinem Ecktisch?!
Ich werde nämlich langsam hektisch!!
07.03.2018
Kraftakt im Energiesparmodus
wird das Gläschen ziemlich schwer;
und setzt sich dann der Arm zur Wehr
legt der erschlafft das Bierglas quer.
Doch trinken wir es zügig leer,
dann bleibt uns Kraft für den Verzehr
von vielen Reihen Gläser mehr.
03.10.2015
Last Man Sitting
Der eine torkelt schwankend rum,
der andere fällt halt einfach um.
Ein wirklich harter Kerl hingegen
setzt sich, statt sich hinzulegen.
25.02.2015
Hopf und Malz
Hopf und Malz sind nicht verloren,
wenn zugeführt in großen Mengen.
Sie helfen uns - sofern vergoren -
Wirklichkeiten zu verdrängen.
16.12.2014
Ambrosia
Manchmal tut es einfach Not,
dass ich innehaltend schweige
und huldigend dem Flüssigbrot
für solches in den Keller steige.
Hier unten fröne ich dem Elixier,
das herrlich wirkt in seiner Kraft.
Von Gott gereicht ward dieses Bier,
gepriesen sei des Himmels Saft.
Ambrosia, du gülden Trank,
nimm diese Zeilen als mein Dank.
Ambrosia
24.06.2011
Bestimmt war Goethe kreativer
Verzwickt
Home To Hell
21.06.2011
Schmetterlinge in der Wampe
19.06.2011
Dass Sie in Schlangenlinien laufen
08.08.2010
Drapiert und angedichtet
zur Dichtung jeder Art bereit,
dicht ich, bis das Haupt entzweit
und simultan die Leber schreit.
Geschichten, die die Welt vereint,
Gerüchte, die so niemand meint,
verdichtend, was diffus erscheint
dicht ich, bis es dichter scheint.
Dichtend dichte ich Gedichte,
während Dichtung ich verdichte.
Gedichtet Dichtungen ich dichte
und die meinigen vernichte.
Von dichter Dichtung einverleibt
dicht ich, dass es dicht auch bleibt.
Verdichtend meine Feder schreibt,
was dichtend mich zum Dichten treibt.
Ich dicht, was meinen Sinn ereilt,
auf dass er hier noch länger weilt,
bevor der in die Leere eilt
und im Äther sich verteilt.
Dichtung, die das Leben schreibt
und - weil mit großem Hirn beleibt -
mich dichtend in den Wahnsinn treibt,
in dem ich hübsch drapiert verbleib:
"Sag mir, Gott, was bin ich schon?"
"Vor allem nicht ganz dicht, mein Sohn!"
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